„Ohne Bienen kein Leben“: die kleinen Helden des großen Internet of Things aus der Obersteiermark

Gernot Theuermann - Net Automation

Gernot Theuermann, CTO von NET-Automation mit Axtesys im Gespräch über fachliche Exzellenz in der Automatisierungstechnik, wertschätzende Kooperationen und naturnahes Branding von IoT-Produkten.

Was bedeutet fachliche Exzellenz in Ihrem Tätigkeitsbereich?
Das beginnt schon im Vertrieb und in der Konzeptphase jedes Projekts, bei der Vorarbeit, wo man sich intensiv mit der Problematik auseinandersetzt. Da geht es darum, die richtigen Leute zu haben, die auch wissen, wovon sie reden. Wir sind der Meinung: Je besser im Vorfeld projektiert wird, desto besser ist dann auch das Resultat. Bei der Umsetzung ist fachliche Exzellenz ebenfalls sehr stark auf die Mitarbeiter fokussiert, die sich im jeweiligen Fachbereich genau auskennen und das jeweilige Projekt dann auch gemäß dem Konzept umsetzen können.

Worauf ist NET-Automation besonders stolz?
Kurz und bündig – wir sind stolz auf unsere Mitarbeiter und auf die Projekte, die wir mit ihnen durchführen.

Wie würden Sie die Firmenphilosophie von NET-Automation beschreiben?
Da steckt schon sehr, sehr viel in unserem Slogan „All in One“. Wir sehen uns als Lösungsanbieter von der mechanischen Konstruktion und Elektrik-Planung über die Auslegung der Sicherheitstechnik bis hin zur Software-Entwicklung und Überführung in die Cloud-Systeme. Das ist einmal der technische Aspekt, was unsere Firmenphilosophie angeht. Das zweite ist, dass wir sehr hart an unserem Erfolg arbeiten, aber trotzdem versuchen, die Arbeit als Teil eines größeren Ganzen zu sehen und unseren Mitarbeitern entsprechende Benefits anzubieten wie Gleitzeit oder 4-Tage-Woche. Das eine ist eben Arbeit, da schauen wir, dass wir weiterkommen, und das andere ist die Work-Life-Balance, da achten wir auf einen guten Ausgleich.

Welchen Stellenwert hat Forschung in Ihrem Unternehmen?
Wir sind mit einer Forschungsquote von 70 % ein forschungslastiges Unternehmen, Forschung und Innovation sind sehr wichtig für uns. Wir müssen technologisch immer ganz vorne dabei sein, es nützt nichts, irgendwo Zweiter oder Dritter zu sein. Forschung ist daher unser täglicher Antrieb, damit wir auch am Puls der Zeit bleiben.

Ein neuer Standort für NET-Automation wird gerade aufgebaut?
Die elektronische Geräteentwicklung war bei uns immer so eine Art „Beiwagerl“, und wird nun in ein eigenes Unternehmen NET-Automation Systems GmbH überführt. Mit NETBEE wird eine neue Marke für alle IoT-Produkte geschaffen, auch Personal soll aufgebaut werden. Damit wollen wir der IoT-Elektronik mehr Wertigkeit beimessen. Die Automatisierungstechnik wird nach wie vor an unserem Standort in Zeltweg bleiben.

Die Kreativität solcher Brandings ist für mich immer wieder beeindruckend – gerade in der IT schwirrt mit Ihren Bienen (den Produkten NETBEE, BEEHIVE, BLOSSOM und HONEYCOMB) und dann auch Apple, Blackberry, Raspberry und Co ja sehr viel Naturnahes herum. Was ist der Gedanke hinter den Bienen von NET-Automation?
Ohne Bienen kein Leben. Die Symbolik von Bienen ist sehr stark, Bienen haben viele Charakterzüge, die mit Elektronik gut zusammenpassen, da gibt sehr viele Verbindungen. Sie schwärmen aus, um Nektar zu sammeln – wir bringen Daten in die Cloud. Als wir uns über den Markennamen Gedanken gemacht haben, sind wir zum Schluss gekommen, dass die Bienen perfekt für das passen, was wir machen.

Wertschätzende Kooperation ‒ wichtig in der Technik-Branche?
Aus unserer Sicht sehr. Überall dort, wo es Schnittstellen gibt und wir im Gegensatz zu internationalen Konzernen nicht mehr alles selbst machen können, sind Kooperationen gefragt. Gemeinsam ist man ja, wie es so schön heißt, stärker – da geht es darum, dass man gute Partner hat, auf die man sich verlassen kann. Gemeinsam kann man am Markt auch ganz anders auftreten.

Wie kann wertschätzende Kooperation gelingen?
Aus der Erfahrung heraus beginnen solche Kooperationen immer mit einem gemeinsamen Projekt. Da lernt man sich wirklich kennen und sieht, wie der andere arbeitet. Daran kann man erkennen, ob es sich um einen geeigneten Partner handelt, insbesondere in Situationen, wo Druck entsteht, zum Beispiel Zeitdruck. Oder, wenn man gemeinsam auch mal durch schlechtere Zeiten durchgehen kann.

Sie sind Mitglied der AT Styria, also der Plattform Automatisierungstechnik. Worin liegt für Sie der Mehrwert dieser Mitgliedschaft?
In solchen Clustern wird oft der Grundstein für Kooperationen gelegt, da kann man neue Menschen kennen lernen, und zwar persönlich. Das ist natürlich ganz etwas anderes, wenn man miteinander bei einer Veranstaltung ins Gespräch kommt und sieht – aha, da könnten wir gemeinsam etwas machen. Das ist sicherlich der größte Mehrwert der AT Styria.

Wie haben Sie die Zusammenarbeit mit Axtesys beim gemeinsamen Projekt erlebt?
Sehr positiv. Vom Erstgespräch, wo wir die Anforderungen erstmals definiert haben, über die Beauftragung, die Konzeptphase, die mich sehr an unseren eigenen Prozess erinnert hat, den Workshop, in dem alles nochmals genau durchspezifiziert wurde, was wir genau brauchen, bis hin zur Umsetzung habe ich alle Schritte in sehr positiver Erinnerung.

Das freut uns sehr, vielen Dank!

Was möchte NET-Automation in fünf oder zehn Jahren erreicht haben?
Wir möchten unseren Aufbau in der Weise fortführen wie bisher. Das zweite ist natürlich die Erweiterung unseres Produktportfolios, mit dem wir jetzt ein neues Segment erschließen. Außerdem streben wir eine bessere Harmonisierung unserer Arbeitslast an – manchmal haben wir so viele Aufträge, dass die Arbeit kaum zu schaffen ist, und dann müssen wir wieder schauen, dass wir zu neuen Aufträgen kommen. Da arbeiten wir an mehr Ausgewogenheit.

Welchen Stellenwert hat Digitalisierung für Sie persönlich?
Digitalisierung betrifft natürlich jeden, ich sehe mir die Dinge aber sehr genau an, weil ich ja aus der Branche komme. Ich stelle mir immer die Frage: Was brauche ich wirklich? Worin liegt der Mehrwert? Da gibt es dann Dinge wie mein Handy oder diverse Assistenten im Auto, die ich sehr gerne nutze. Andere Dinge wie Alexa sind für mich entbehrlich. Das schaffe ich schon noch selbst, dass ich eine Bestellung auslöse [lacht]