Industrie 4.0 mit Maß und Ziel

Digitalisierung im großen MaßstabDigitalisierung im großen Maßstab

Ein digitaler Dialog mit Senior-Enwickler Hannes Strachwitz über die intelligente Industrie 4.0-Revolution, Hilfestellung durch cyber-physische Systeme und mündiges Segeln im wohlver­dien­ten Urlaub.

Hannes, du giltst firmenintern als Industrie 4.0-Spezialist. Freut dich das?

[Lacht] – Ist ok für mich.

Du hast mir einmal gesagt, dass dir Neuentwicklungen im Rahmen von Forschungsprojekten Spaß machen. Da bist du ja bei der Axtesys genau am richtigen Ort?

Ich finde es toll, für die Axtesys zu arbeiten, da hier viele verschiedene Dinge zu tun sind. Hier kann ich eben auch an Forschungsprojekten arbeiten, aber nicht nur. Ich will kein Fachidiot sein, sondern auch rundherum Ahnung haben, viel mitbekommen, mich weiterentwickeln. Das macht mir Spaß.

Was ist das Spannende an Industrie 4.0, warum reden alle davon?

Naja, das ist für die Industrie schon eine Umwälzung, eine Revolution, mit dem Ziel, Geräten zu „Intelligenz“ zu verhelfen. Die Rechenleistung und die Speicherleistung sind enorm gestiegen, dadurch können wir heute unheimlich viele Daten erfassen und in riesigen Netzwerken zusammenführen. In technischer Hinsicht gibt es noch enormen Forschungsbedarf, auch juristisch bleiben noch viele Fragen offen. Wer ist Eigentümer der Daten, wie geht man mit sensiblen Daten um. Wie gewährleistet man die Sicherheit. Das sind alles noch große Herausforderungen, gleichzeitig ist das auch das Spannende daran.

Steckt da vielleicht ein uralter Traum der Menschheit dahinter? Dass wir eines Tages nicht mehr arbeiten müssen?

Vielleicht. Seit der industriellen Revolution um 1900 können wir ja schon Maschinen für uns arbeiten lassen. Durch die Revolution in der Elektronik können uns Computer Arbeit abnehmen. Industrie 4.0 geht einen Schritt weiter, in Richtung selbstorganisierender cyber-physischer Systeme: Der Kühlschrank soll merken, dass die Milch aus ist, und sie selbst nachbestellen, auch wenn er sie nie selbst trinken wird. Aber hauptsächlich soll uns das Internet der Dinge Verwaltung und Administration abnehmen.

Damit wir uns auf das Wesentliche konzentrieren können?

Bedeutsam ist Industrie 4.0 hauptsächlich für große Industriekonzerne. Da verspricht man sich durch die neuen Entwicklungen Fehlerreduktion und Kostenersparnis. Das bekommt der Arbeiter in der Fertigungshalle gar nicht so mit. Statt seiner Stricherlliste kriegt er halt einfach ein Tablet. Für die Verwaltung und Logistik tun sich da aber unglaubliche Möglichkeiten auf, die zur Entlastung von Routinearbeiten führen können.

Wäre der selbstorganisierende Kühlschrank für dich erstrebenswert bzw. was wäre für dich zu Hause eine willkommene Erleichterung?

Im Prinzip finde ich den Gedanken schon interessant, aber die Wahlfreiheit muss bei solchen selbstorganisierenden Systemen im Privatbereich erhalten werden. Der „alte“ Kühlschrank soll also unbedingt bleiben, für die, die sich nicht damit anfreunden können. Automatisierung finde ich gut, aber wenn mein Auto immer piepst, nur, weil ich mich nicht sofort angurte, wird’s nervig [lacht].

Nochmal zu den „selbstorganisierenden cyber-physischen Systemen“: Müssen wir Menschen irgendwann einen Kontrollverlust befürchten?

Nein, Terminator wird nicht Realität werden. Dafür wäre konzentriertere Forschung über alle Netze hinweg notwendig. Das tut ja keiner, weil es eigentlich keinen Sinn macht.

Du bist leidenschaftlicher Segler, hast du schon mal an eine sensorgesteuerte Segelyacht gedacht, die selbst ihren optimalen Kurs ermittelt?

In der Berufsschifffahrt gibt es das schon. Aber einen Segler reizt das nicht, der möchte das selbst machen. Doch so ein System für Segelbooten entwickeln würde ich riesig gerne – das finde ich irrsinnig faszinierend!

Und, hast du heute schon deine Stimme für das Fast Forward Online-Voting abgegeben?

Ja natürlich, und natürlich für das Axtesys-Projekt, das ist Ehrensache!