Aufstehen, Krone richten, nochmal probieren!

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Ein digitaler Austausch mit Geschäftsführerin Angelika Weber nach dem Finale des Fast Forward Award. Über Siegen und Gewinnen, über Erfolge, Ziele und Pläne. Und darüber, wie man der Großmutter das Internet of Things verständlich macht oder es in eine Gutenachtgeschichte verpackt!

Angelika, wie geht es dir nun nach dem FFA-Finale?
Danke, gut! Obwohl es immer heißt: der Zweite ist der erste Verlierer – ich glaube, dass wir nur durch die Nominierung schon viel mehr gewonnen haben, als wir bisher denken. Immerhin sind wir ja unter den Industrie 4.0-Projekten eigentlich Sieger geworden.

Wie habt Ihr das FFA-Finale erlebt, die Verkündung des Siegers in der Kategorie Kleinunternehmen kam ja erst ganz am Schluss?
Die Spannung war schon groß. Was auch ein bisschen schade ist, weil wir vor Nervosität das Kabarett weniger genießen konnten. Was mir gefallen hat, war die Idee, am Anfang und Ende ein Buffet zu machen: Dadurch konnte man sich mit allen Anwesenden sehr gut unterhalten.

Habt Ihr mit dem Ergebnis gerechnet?
Wir haben gehofft, aber nichts erwartet. Das ist wohl die beste Möglichkeit, mit einer solchen Situation umzugehen. Natürlich wäre ein Sieg schön gewesen, aber es gibt ja noch viele Jahre FFA und damit viele Gelegenheiten zu gewinnen.

Die letzten Monate vor der Preisverleihung waren ja sehr intensiv: Ist alles gut gelaufen oder hättet Ihr Euch gewünscht, die Zeit nochmal zurückdrehen zu können?
Ich wüsste nicht, was wir anders machen hätten können. Es war nicht nur intensiv, es war extrem toll: das Qualifying war super, die Dreharbeiten für den ORF-Beitrag haben wirklich Spaß gemacht, für Facebook haben wir in wenigen Stunden einen kleinen Image-Film realisiert – es war eigentlich immer was los.

Im eingereichten Axtesys-Projekt geht es ja um „denkende“ Sensoren, also um ein Thema, das unter den Stichwörtern „Industrie 4.0“ und „Internet of Things“ in aller Munde ist. Wie würdest du das Internet of Things einem Volksschüler oder Eurer Großmutter erklären?
Für mich ist Kommunikation immer das Wichtigste, daher würde ich hier auch ansetzen: die Dinge sind nicht darauf angewiesen, dass ich mich um sie kümmere, sondern sie haben durch das Internet die Möglichkeit, mit anderen Dingen zu interagieren. Zum Beispiel könnte man den Zimmerpflanzen einen Sensor geben, ob sie zu trocken sind, der sendet dann eine Erinnerung an einen Gießroboter, der die Pflanzen versorgt.

Wie geht es mit den denkenden Sensoren nun weiter, darf ein wenig von den Plänen der Axtesys verraten werden?
Wenn es nach mir geht, wäre der Gießroboter das nächste – mir verdorren alle Pflanzen [lacht]. Da wir aber für die Industrie produzieren, werden wir uns hier eher weiter in Richtung Maschinen orientieren, dabei aber alle unsere Kompetenzen mit einbringen, um etwas wirklich Innovatives entstehen zu lassen.

Wird das IoT in ein, zwei Jahrzehnten Wirklichkeit sein oder ist das alles vielleicht nur ein Wunschdenken von Entscheidungsträgern in Industriekonzernen?
Es wird sicherlich vieles umgesetzt, was wir uns so erträumen, aber wie immer natürlich nicht alles und ein paar Überraschungen wird es bestimmt auch wieder geben.

Für welche Industriebereiche und für welche Lebensbereiche im privaten Alltag könnte das IoT Eurer Einschätzung nach besondere Bedeutung erlangen?
In der Industrie bestimmt überall, denn hier ist jede Einsparung wichtig. Im privaten Alltag wahrscheinlich am ehesten dort, wo ich mir langweilige Tätigkeiten erspare – Einkaufen, Putzen – oder natürlich dort wo immer die ersten Neuerungen liegen – in den Spielen und bei den Pornos.

Welche IoT-Erfindung würdest du gerne machen, wie soll sich das Internet der Dinge in den nächsten Jahren weiterentwickeln?
Ich würde gerne das Universal-Portal entwickeln – eine Web-Applikation, mit der mein einfach alles abbilden kann. Zum Beispiel das gesamte IoT verwalten. Oder aber den Privatisierer. Denn bei aller Fortschrittsbegeisterung fürchte ich, dass wir mit dem IoT auch eine ganz große Überwachungsmaschine in Gang setzen, und ich hätte doch irgendwie auch in Zukunft noch ein wenig Privatsphäre erhalten.

Würde dich ein kleines Kind um eine Gutenachtgeschichte zum Thema Internet of Things bitten: Wie ungefähr würde sich die Geschichte spontan anhören?
Es war einmal eine Welt, in der die Sinne gar nicht weit reichten: Man sah nur bis zur nächsten Mauer, hörte nur bis zum nächsten Baum und konnte nur angreifen, was in Reichweite der eigenen Hände war. Wenn man mehr wahrnehmen wollte, musste man durch die Welt gehen oder fahren, konnte verschiedene Dinge riechen oder schmecken, musste aber immer mit dem eigenen Körper in der Nähe dessen sein, was man wahrnehmen wollte…